Sonntag, 27. Juli 2014

Demonstration gegen Praenatest der Lifecodexx AG

Mit dem Praenatest der Lifecodexx AG kann das Erbgut eines Kindes schon nach der neunten Schwangerschaftswoche untersucht werden. Rund 100 Kritiker und Betroffene haben am 16. Juli vor dem Firmensitz der Lifecodexx AG in Konstanz demonstriert. Der Test dient vor allem der Fahndung nach Kindern mit Downsyndrom. Neun von zehn Kindern mit dieser Diagnose werden abgetrieben. Die Demonstranten appellierten an die Mitarbeiter der Firma, sich ihrer Verantwortung für das Leben und die Akzeptanz von Behinderten in unserer Gesellschaft bewusst zu werden. Es ist wichtig, hier Farbe zu bekennen.

Dienstag, 26. November 2013

Kurz notiert.

Am liebsten arbeite ich für den, der nicht nur weiß, was er will, sondern auch, was er braucht und was es kostet. Das trifft man leider seltener als einem lieb ist.

Mittwoch, 20. November 2013

Püttmann zu Limburg: Wo bleibt der Rücktritt?

Eines kann man Andreas Püttmann mit Sicherheit nicht vor­werfen: das er lau ist.

Dienstag, 19. November 2013

Vorhof der Völker in Berlin

In der kommenden Woche gibt es den "Vorhof der Völker" in Berlin. Die Veranstaltung findet seit 2011 in lockerer Folge an verschiedenen Orten statt. Sie geht auf eine Initiative Papst Benedikts zurück und soll der der geistigen Auseinandersetzung zwischen Gläubigen und Ungläubigen dienen. Der Vorhof der Völker in Berlin wird von der Katholischen Akademie Berlin, der Deutschen Bischofskonferenz, der Guardini-Stiftung und dem Erzbistum Berlin koordiniert. Es ist wichtig, die organisatorische Verantwortung der katholischen Kirche an dieser Stelle herauszustreichen, da sie anhand der Diskutanten kaum auszumachen wäre. Am Dienstag werden Hans Joas und Herbert Schnädelbach unter der Anleitung von Christoph Markschies über ethischen Humanismus mit und ohne Gott streiten. Da bin ich schon mal sehr gespannt, wer die Position der katholischen Kirche in den Disput einführt. Das gleiche gilt auch für die dritte Veranstaltung in der Reihe zum Thema "Religion auf der Bühne" mit dem schönen Untertitel "Über Ehrfurcht, Blasphemie und künstlerische Freiheit" mit Heinrich Detering, Shermin Langhoff, Florian Lutz und Stefan Brachmann. Aus den frei verfügbaren Biographien der Teilnehmer habe ich zumindest keinen Hinweis ausmachen können, wer der Kirche seine Stimme leihen wird. Eindeutig wird es dann erst nach dem Ende der Veranstaltung. Am Donnerstag werden die Kardinäle Ravasi und Woelki zusammen mit Erzbischof em. Zollitsch das heilige Meßopfer darbringen, in der Akademiekirche St. Thomas, dem wahrscheinlich kleinsten "Veranstaltungraum" zu diesem Vorhof der Völker.

Montag, 18. November 2013

Kindergarten in Sicht

Wenn alles gut geht, dann bekommen wir schon ab Januar einen Platz in einem anderen Kindergarten. Der Kindergarten gehört zu einer benachbarten Gemeinde. Ich bin sehr froh und dankbar, daß das so schnell gefügt wurde. Deo gratias!

Bilder vom Tag: Petrus und Paulus

Sonntag, 17. November 2013

Eindrücke vom "Volkstrauertag"

Gestern nahm ich an einer Feier­stunde mit Land­rat teil, um der Soldaten zu gedenken, die für Volk und Vater­land gefallen sind. Das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt­herr­schaft will ich nicht schmälern. Es wichtig und soll seinen festen Platz haben. Das Opfer der Soldaten aber, das ich würdigen wollte, ist ein anderes als das der KZ-Häftlinge oder der Wider­stands­kämpfer. Ihr Drama ist ein anderes. Es ist die Unter­werfung unter einen politischen Willen aus der Not­wendig­keit gemeinsamen Handelns - auf Treu und Glauben. Soldaten tun und erleiden Schreck­liches im Krieg. Sie kämpfen, töten und fallen für die Wieder­herstellung der deutschen Ehre und für Mädchen­schulen in Afghanistan - und manchmal auch für Recht und Freiheit ihres Volkes. Wer kann das Drama sehen? Das Volk wählt, die Regierung ent­scheidet die Geschichte urteilt, doch der Soldat - so Landrat und Pfarrer im Verein - ist auf jeden Fall immer schuld. Im nächsten Jahr werde ich die Uniform zu Hause lassen. Es bringt dort keine Ehre, sie zu tragen. - Und um der Voll­ständig­keit willen: Es stimmt. Das Drama des Soldaten ist mir näher als das Schicksal des KZ-Häftlings oder des Widerstandskämpfer, denn ich bin weder das eine noch das andere je gewesen: nur Soldat. Nach der Vorstellung gestern habe ich jedoch erhebliche Zweifel, ob das Schicksal der Ver­folgten, Erniedrig­ten und Ermordeten, das gestern im Vorder­grund stehen sollte, wirklich besser ver­stan­den wird. - Ich verneige mich vor den Toten.

Samstag, 9. November 2013

Christen immer gut für einen Nachschlag

Matt. 5, 39:; "Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin." - Ich habe das eine Zeit lang so gelesen: Wenn Dir einer eine Abreibung verpaßt, dann hol Dir gleich noch eine zweite. Und ich dachte: komische Leute, diese Christen. Heute, einige Jahre später, lese ich das eher so: Wenn Dir einer Unrecht tut, Dich demütigt, vergelte es ihm nicht gleich, wende Dich nicht ab und gib ihm eine zweite Chance, auch unter der Gefahr, Dir eine zweite Schelle einzufangen, denn es ist wichtig, die Beziehung zu erhalten, um sie zu verbessern. Deshalb: Schreibt euch nicht so schnell ab.

Bundesrat: "Pille danach" rezeptfrei und kostenlos

Der Bundesrat hat am Freitag beschlossen, die "Pille danach" von Apotheken ohne ärtzliche Verordnung abgeben zu lassen. Dem Beschluß zufolge sollen die Krankenkassen ab Mai des kommenden Jahres die Kosten dafür übernehmen. Die neue Bundesregierung muß der Verordnung aus dem Bundesrat zustimmen.

Freitag, 8. November 2013

Unsere Zukunft ist in Kindergärten zu besichtigen

Gestern hat mir eine der Kinder­gärtner­innen empfohlen, nach einem anderen Kinder­garten Umschau zu halten. Von 45 Kindern in der Gruppe sprechen nur zwei Kinder ihrem Alter ent­sprechend deutsch. Die Eltern sind schon kaum der Sprache mäch­tig. Die Kinder sagen oft nur ein­zelne Worte wie zum Bei­spiel Ja und Nein oder Auto und Hunger. Sprache und Bil­dung haben keine Prio­rität. Mit dem Kinder­garten selbst sind wir eigent­lich sehr zufrieden. Die Kinder­gärtner­innen kümmern sich auf­richtig und mit großer Hingabe um die Kinder. Sie genießen unser volles Vertrauen. Das Konzept stimmt. Der Betreuungs­schlüssel ist gut. Neben den vielen Kinder­gärtner­innen gibt es auch noch eigene Betreuer für die Sprach­erziehung der Kinder. Es wird wirklich alles versucht - und es wird nicht geschafft. Meinem Sohn fehlen einfach zwei bis drei Spiel­kameraden. Mit den meisten Kindern hat er keinen Umgang, weil eine Unter­haltung mit ihnen nicht möglich ist. Die Versäum­nisse des Eltern­hauses können unter diesen Bedingungen weder im Kinder­garten noch in der Schule auf­ge­fangen werden. - In drei Jahren wird mein Sohn dann ein­geschult und mit den gleichen Kindern von der ersten bis zur dritten Klassen­stufe jahrgangs­über­greifend (sic!) unter­richtet. Spätestens dann, so die Kinder­gärtnerin, sollten wir die Schule in einem anderen Bezirk wählen. Ich habe zwar keine Ahnung wo das sein wird, da die Schwierig­keiten deutsch­land­weit etwa 30 Prozent des Jahr­gangs betreffen und die Wahl der Schule erheblich ein­ge­schränkt ist, doch im Berliner Wedding wird es auf jeden Fall nicht sein.

Dienstag, 5. November 2013

Ein Fehler, den ich gemacht habe, ...

... den ich nicht wieder rückgängig machen kann, in vier Zeichen: iOS7. Wenn ich gewußt hätte, was da auf mich zu kommt, dann wäre ich beim Vorgänger geblieben. Das Design ist fast so schlimm wie die Windows 8 Kacheln. Frei nach dem Motto, es muß erst etwas schlechter werden, bevor es wieder besser werden kann.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Nachfolge und Selbstverleugnung

Irgendwas muß da dran sein. Mit der Selbstverleugnung meine ich. Denn die Selbstverleugnung ist eine von nur zwei Forderungen an die Nachfolge und sie ist uns in gleich drei Evangelien überliefert. Es scheint nahe zu liegen, daß die irgendwie wichtig ist.

Matthäus 16, 24: "Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach."

Markus 8, 34: "Er rief die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

Lukas 9, 23: "Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach."

Selbstverleugnung klingt ja erstmal ziemlich schlimm. Zumindest für alle die, die sich in ihrem Leben doch eigentlich selbst verwirklichen wollen - und da gehöre ich doch schließlich auch dazu. Aber wie sieht Selbstverleugnung eigentlich konkret aus? Nicht bei anderen, sondern bei mir. Ich muß ehrlich sagen, daß mir spontan dazu kein Beispiel einfällt, also kein schmerzhaftes. Einen Verzicht, den ich als solchen nicht erlebe, möchte ich als solchen auch nicht bezeichnen, und viele Gelegenheiten habe ich sicher unerkannt verstreichen lassen. Wohingegen ich bei anderen einen ziemlich guten dafür Blick habe.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Ich kannte ein Mädchen aus Bosanski Brod

Ich kannte ein Mädchen aus Bosanski Brod. Das war jung und hübsch und traurig anzusehen. Sie lebte in einem kleinen Haus. Ihr Vater war am Gericht. Dann kam der Krieg. Der Vater ging nicht mehr zur Arbeit und die Familie nicht mehr auf die Straße. Im Radio hieß man sie ein weißes Laken aus dem Fenster hängen. Das beschoß man mit Granaten, sieben Tage lang. Unter der Kellertreppe waren zwei Familien dicht gedrängt, sieben lange Tage lang. Keiner kam und ging und dann begann die Flucht, nur einen Koffer in der Hand. Das Mädchen ging durch Minenfelder. Andere starben. In einem Lager verteidigte sie ihre Unschuld mit den Zähnen. Dann kam sie nach Deutschland. Jetzt war sie zu Besuch. Sie hatte eine Geschichte, ich hatte eine Uniform und das ist alles lange her. Ich kannte ein Mädchen aus Bosanski Brod. Das war jung und hübsch und traurig anzusehen.

Bilder vom Tag: Der Bamberger Reiter

Immer weniger Kinder mit "Down-Syndrom"

Zahl des Tages: Dank der modernen Medizin gibt es heute 90 Prozent weniger Kinder mit "Down-Syndrom". Die Behandlung ist denkbar einfach: betroffene Kinder werden schon im Mutterleib entfernt. Die Kinder werden gar nicht erst geboren. 

Es scheint, als ob wir heute schon da sind, wo sich die Verfasser des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses nur hinträumen konnten. Ich denke, es wird Zeit nicht nur das Recht auf Leben sondern auch das Recht auf Geburt einzufordern. Zum gleichen Thema siehe auch den "curious traveller" der jetzt nur noch "just wondering" heißt.